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Wanderwoche im Lesachtal

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Aufstieg zum Gaitaler Bergkamm

Altes Holzhaus in Oberilliach

Einkehr nach dem Dorfrundgang

Wegmarkierung zum Gipfel

Morgengymnastik mit Hannelore Anetsberger

Bernhard erklärt den Aufstieg zum Gipfel

Gemauertes Haus für den Lehrer

Führung durch Oberilliach

Fotos: Nejedly

 

Ein ursprüngliches Alpental das naturbelassenste Tal Europas, im äußersten Süden Österreichs, war das Ziel der diesjährigen Herbstwanderwoche der Sektion Passau des Bayer. Wald- Vereines. Für die Mehrheit der 50 Teilnehmer, die dem Wanderwart Willi Anetsberger und seinen Wanderführern folgten, war das Tal ein völlig unbekanntes Terrain. Um so überraschender zeigten sich die Schönheiten des  zwischen  den Gailtaler Alpen und dem Karnischen Alpenkamm entlang der italienischen Grenze liegenden Tales. Trotz der sehr frühen Besiedelung durch Slawen und später durch germanische Stämme  blieben die Talhänge bis heute dicht bewaldet und nur wenige Almflächen unterbrechen das ursprüngliche Landschaftsbild. Im Kärntner Teil des Tales haben sich mehrere kleine Bergsteigerdörfer zusammengeschlossen und bilden die Gemeinde Lesachtal. Im Gemeindehauptort, dem bekannten Wallfahrtsort Maria Luggau waren die Passauer  im Hotel Der Paternwirt bei der Familie Obernosterer sehr gut aufgehoben. Auch die Wetterprognose für die nächsten Tage war vielversprechend und so stand den geplanten Wandertagen nichts im Wege. Gleich am ersten Tage stürmte die 1. Gruppe der “Gipfelgeher” unter Führung von Christian Schönbauer zur Obstansersee Hütte in 2304m Seehöhe .Viele hundert Steinstufen führten zum ersehnten Ziel mit herrlicher Aussicht über das unten liegende Dorf Kartitsch und die benachbarten Berggipfel. Auch ein Friedhof der gefallenen Soldaten aus dem ersten Weltkrieg war zu besichtigen. Zum Gailtaler Höhenweg in 1940m Höhe führte Christa Schapfl die vielköpfige 2.Gruppe, die nachmittags mit der 3. Gruppe zusammen unter fachlichen geschichtlichen Erklärungen vom Wirt und Fremdenführer Sepp Lugger den sehenswerten historischen Teil des Dorfes Obertilliach besichtigte. Die Obertilliacher Gondelbahn brachte am nächsten Tag die Wanderer zum Ausgangspunkt schöner Rundwanderungen am Gailtaler Höhenweg, wo man den 2317m hohen Golzentipp und die 2185m hohe Kofelspitz  erklimmen konnte.

Wunderschöne Rundblicke  vom Großglockner bis in die italienischen Dolomiten waren die Belohnung für die Aufstiegsmühe. Naturschutzwart Bernhard Jander erklärte viel Interessantes zur reichhaltigen Blumenwelt auf den Bergwiesen. Die  Einkehr auf der Conny-Alm rundete den sonnigen Wandertag ab. Hier traf man sich auch mit der 1. Gruppe die zum Gailtaler Höhenweg schon in St. Oswald startete.

Die urige Lackenalm über dem Dorf St. Lorenzen und das weitbekannte Tuffbad - heute steht hier ein Wellnes-Hotel - lockten am nächsten schönen Morgen zum Aufstieg. Auf verschiedenen Wegen wandernd, trafen sich alle Gruppen an der Sennhütte der Lackenalm in 1614m Höhe und wurden von der Sennerin und ihren Mann mit Suppen, Getränken und verschiedenen Blechkuchen gut bewirtet. Am nächsten Tag sollte die Alm schließen und so wurde der Kuchen extra für die Passauer  auf Bestellung gebacken. 

Ein ganz hohes und weites Ziel hatte sich die 1.Gruppe vorgenommen - ein sehr langer Anstieg durch das Frohntal und im steilen Aufstieg zum Hochweißsteinhaus, wo auch die italienischen Pilger über die Grenze nach Maria Luggau  gehen. Es wurde ein langer Tag, man war fast 10 Stunden unterwegs aber lohnend. Bis auf den Karnischen- Hauptkamm sind die Passauer aufgestiegen und haben ihre Füße auf  italienischen Boden gestellt. Die Anderen wanderten zur Frohn-Kapelle, machten hier Rast und auf zwei verschiedenen Wegen erreichte man am späten Nachmittag das Hotel.

Auch Kultur kam bei dieser Wanderwoche  nicht zu kurz, denn am nächsten Tag spazierte man mit der Fremdenführerin  Brigitte Lugger am renovierten Mühlen-Weg und genoss die fundierten und kurzweiligen Erklärungen der ehemaligen Dorflehrerin. Die Getreide-Mühlen wurden in Bewegung gesetzt und so konnte man auch die erhaltene und funktionierende  hölzerne Mechanik bewundern. Ein Film aus den 50-er Jahren ergänzte  den Blick auf das ehemalige Lesachtal - das Tal der Hundert Mühlen- damals hatte fast jeder Bauer seine eigene Getreidemühle. Ein anschliessender Besuch der herrlichen, barockisierten Wallfahrtskirche, die an der Stelle einer  Marien- Erscheinung im 16. Jh. gebaut wurde und ein Gang durch die Klosterräume mit entsprechenden Erklärungen rundeten das Kulturprogramm ab. Am  Nachmittag wanderte man am schattigen Waldweg entlang des wild schäumenden Bergflusses Gail nach St. Lorenzen und besuchte die kleine, familiär anmutende Almabtriebfeier am Dorfplatz.

Abends verabschiedete sich die Gruppe von den Gastgebern, deren Betreuung keine Wünsche offen ließ. 2.Vorstand Peter Salzberger dankte dem Wanderwart für die gute Organisation der Woche , den Wanderführern für die Betreuung der Teilnehmer. Hannelore Anetsberger  für die tägliche, gut besuchte Morgengymnastik und Sepp Ehrl für seinen hochinteressanten Vortrag über die vom Weltraum aus betrachtete Rotation der Erde und die Sonneneinstrahlung zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten. Auch dem Busfahrer Peter Hausmanninger wurde unter großen Applaus gedankt für die sichere Fahrt auf den engen Straßen des Tales.

Am Tage der Abfahrt wurde morgens in der Kirche die feierliche Erntedankmesse zelebriert und anschließend konnte man noch die herrlich farbenfrohe Prozession durch Dorf und Wiesen von Maria Luggau bewundern, bevor man die Heimreise antrat./net