Zurück

wal01

Es ist nicht viel übriggeblieben von Schwendreut, einen der mehreren Grenzdörfer am langgezogenen Bergrücken des Haidels, die Anfang des 17. Jahrhunderts zur Unterstützung des Geschäftsverkehrs am Goldenem Steig und zur Überwachung der Grenze zwischen dem Böhmischen Königreich und dem Passauer Fürstenbistum von Fürstbischof Leopold gegründet worden sind. In der Blütezeit des Salzhandels siedelten in Dorf Schwendreut, den der damalige Passauer Domdekan Marquard von Schwendi seinen Namen gab, über 80 Einwohner in 8 Freibauernhöfen, die das gerodete Land bewirtschafteten. Die schweren klimatischen Verhältnisse zwangen in den späteren Jahrhunderten immer mehr Bergbauern zur Aufgabe der einzelnen Höfe. Eine Serie von Brandstiftungen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts waren der Höhepunkt des Niederganges des Dorfes und im Jahre 1957 haben die letzten zwei Hofbauern ihre Güter aufgegeben. Die Wiesen und Felder wurden vom Staatsforst aufgekauft und zügig mit Fichtenpflanzungen aufgeforstet.

wal02
wal03
wal05
wal06
wal08
wal09
wal10
wal11
wal16
wal18

Heute erinnert nur eine Waldwiese um die alte, mit Holzschindeln verkleidete Dorfkapelle an das kleine Bergdorf. In dieser romantischen Umgebung findet alljährlich das Schwendreuter Waldfest mit Heiliger Messe statt, in diesen Jahr verbunden mit der 50-jährigen Jubiläumsfeier der Gründung der Sektion Leopoldsreut des Bayer. Wald-Vereins. Damals wurde die Sektion Passau geführt vom Vorstand Otto Geier, Pate bei der Gründung der neuen Sektion und so entstand zum zweiten Mal in 350 Jahren eine Beziehung zwischen Passau und dem Landstrich am Haidel. Das hörten auch die 58 Passauer beim Grußwort vom Leopoldsreuter Vorstand Heinrich Lenz. Die hl. Messe wurde von Pfarrer Biju Varghese, dem Diakon Hubert Frömel und Ordensschwester Johanna eindrucksvoll zelebriert. Die musikalische Gestaltung erklang sehr stimmungsvoll von den Alphorn-Bläsern aus Waldkirchen.

Großes Jubiläums-Waldfest in Schwendreut

wal04

Nach der Festrede von Wald-Vereins-Präsident Helmut Brunner wurden feierlich die Leopoldsreuter Gründungsmitglieder geehrt. Im anschließenden Grußwort betonte der Passauer  WV-Vorstand Michael Hasenberger die gemeinsame Interessenverbundenheit beider Sektionen und tauschte mit Heinrich Lenz symbolische Geschenke aus. Nach dem offiziellen Programm spielte die Blaskapelle aus Hinterschmiding zur Unterhaltung. Für das leibliche Wohl gab es ein reichhaltiges Kuchen-, Kaffee- und Grillbuffett sowie Getränke. Bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein luden am Nachmittag die Wanderführer Mirka und Heinrich Nejedly zu einer kleinen Wanderrunde auf dem Herzogsreuter Vogelkundeweg ein. Ausklingen ließ man den Tag auf der Terrasse des Hotels am Erlauzwieseler See. Bei der Rückfahrt dankte 2..Vorstand Peter Salzberger den Organisatoren für den erlebnisreichen Tag und dem Busfahrer jahn Anthony von der Fa. Niedermaier für die behutsame und sichere Fahrt.                                                  

wal9

Zünftig hams      aufspuit, die  Hinterschmidinger

Noch gut erhalten ist die Schwendreuter Kapelle, die 1577 erbaut wurde

Für die 58 Passauer Wald-Vereinler waren Tische reserviert

An die 400 Gäste waren gekommen zum großen Waldfest

Der Leopoldsreuter WV-Vorstand (Mitte) im Gespräch mit      WV-Präsident Helmut Brunner

Die hl. Messe wurde zelebriert von Pfarrer Biju Varghese, dem Diakon Hubert Frömel und der Ordensschwester Johanna

Auch für den kleinen Gast gabs den christlichen Segen

Die Waldkirchner Alphornbläser untermalten stimmungsvoll die hl. Messe

Michael Hasenberger, 1. Vorstand des Passauer WV lobte die gemeinsamen Interessen beider Vereine - und es gab symbolische Geschenke

Nahe Leopoldreut befindet sich auch die Bruder Konrad-Kapelle, wo sich die Passauer Teilnehmer zum Gruppenbild versammelten.. Diese Kapelle wurde 1931 von einer Frau Schrunner aus Passau gestiftet. Bruder Konrad aus Parzham wurde 1934 heilig gesprochen.

wal20

Die Schwendreuter Dorfkapelle ist das einzige Bauwerk, das noch von diesem Dorf übriggeblieben ist. Dieses Kleinod wurde 1997 grundlegend saniert. Im Innern sieht man heute noch viele guterhaltene religiöse Bilder und Andenken an die Vergangeheit. (Fotos: Nejedly, Prochaska)